Google hatte lange einen blinden Fleck. Und dieser betraf Social-Media-Inhalte. Dabei sind Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube für viele Nutzer:innen längst eigene Suchmaschinen. Junge Menschen suchen Rezepte, Produktreviews, Anleitungen, hilfreiche Tipps und Lifehacks heute oft zuerst auf TikTok, nicht bei Google. Diese Inhalte existierten, waren für die klassische Suche aber kaum sichtbar.

Wer die Signale kannte, konnte schon nach der Google I/O im Mai 2025 erahnen, wohin die Reise geht. Ich habe meine Kund:innen damals darauf vorbereitet: Social-Media-Inhalte werden stärker in den Fokus der Suche rücken. Nicht irgendwann. Bald.

Vor wenigen Tagen hat Google einen nächsten konkreten Schritt gemacht.

Was neu ist

Google Search Console unterstützt ab sofort sogenannte „Platform Properties“: Eigene Property-Typen für Instagram, TikTok, X und YouTube. Aktuell sind ausschließlich diese vier Plattformen verfügbar. Wer seinen Kanal dort verifiziert, sieht künftig, wie die eigenen Social-Media-Inhalte in der Google-Suche und in Google Discover performen. Klicks, Impressionen, welche Inhalte besonders gut gefunden werden, nach welchen Begriffen Nutzer:innen gesucht haben, bevor sie auf ein Video oder einen Post gestoßen sind.

Die Daten fließen in den Performance-Report, den Insights-Report und den Achievements-Bereich ein.

Wichtiger Hinweis: Das Feature wird schrittweise ausgerollt. Wer es in seiner Search Console noch nicht sieht, muss noch etwas warten. Auch ich sehe die Funktion aktuell noch nicht in meinem Account. Dieser Beitrag wird aktualisiert, sobald ich eigene Erfahrungswerte habe.

Was das für Social-Media-Inhalte bedeutet

Wenn Google nun misst, wie Social-Media-Inhalte in der Suche performen, wird die Optimierung dieser Inhalte auf konkrete Themen und Suchintentionen deutlich interessanter. Was bisher eher ein Bauchgefühl war, lässt sich künftig mit echten Daten belegen.

Das betrifft vor allem Video-Content. KI-Systeme können heute nicht nur Texte lesen, sondern auch Audio transkribieren und Untertitel verarbeiten. Was gesprochen, untertitelt und beschrieben wird, fließt also alles in die Bewertung und damit der Sichtbarkeit eines Videos ein.

In meinen Workshops empfehle ich deshalb seit einiger Zeit einen einfachen Ansatz: Das wichtigste Thema eines Videos dreifach platzieren. Im gesprochenen Audio, in den Untertiteln und im Beschreibungstext. Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Viele Unternehmen im DACH-Raum nutzen Social Media derzeit für die Lehrlingssuche. Wer dafür ein Video produziert, sollte das Thema Ausbildung, Lehrplatz oder den konkreten Lehrberuf nicht nur im Titel nennen, sondern auch im gesprochenen Text, in den eingeblendeten Untertiteln und in der Beschreibung. Nicht als Keyword-Stuffing, sondern als konsequente inhaltliche Klarheit.

Mit der neuen Search Console-Integration wird dieser Ansatz endlich messbar.

Was als nächstes kommt

Dieser Schritt ist kein Abschluss, sondern ein weiterer in einer Reihe. Google schließt sukzessive die Lücke zwischen klassischer Websuche und den Orten, wo Menschen heute wirklich nach Informationen suchen. Social Media war lange ein blinder Fleck und der wird kleiner.

Welche Inhalte auf deinen Social-Media-Kanälen könnten relevant für SEO sein?

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