5 SEO-Fehler, die ich immer wieder auf Webseiten sehe

Jede Webseite hat eine einzige Aufgabe: In wenigen Sekunden erklären, wer hier ist, was angeboten wird und warum das relevant ist. Klingt einfach. Ist es aber nicht, denn die meisten Webseiten scheitern bereits im ersten Satz.
Hier sind fünf Fehler, die mir immer wieder begegnen, quer durch alle Branchen, quer durch alle Unternehmensgrößen.

1. Niemand weiß, was hier verkauft wird

Der erste Bildschirm, den Besucher:innen sehen, noch bevor sie scrollen, entscheidet über alles. Dieser Bereich heißt „above the fold“ und er hat eine klare Aufgabe: sofort erklären, was dieses Unternehmen ist und was es anbietet.

Ein Schreiner aus dem Bregenzerwald hat auf seiner Startseite: „Holz. Leben. Handwerk.“ Darunter ein Bild vom Wald. Was er genau macht, ob Innenausbau, Möbel, Türen oder Treppen, erschließt sich erst nach drei Klicks.

Dabei wäre die Lösung so konkret: „Individuelle Holzmöbel und Innenausbau für Privatkunden im Bregenzerwald.“ Ein Satz. Klar, spezifisch, verständlich für jemanden, der das Unternehmen noch nie gehört hat.

Philosophische Marketingtexte gehören nach unten, in den Teil der Seite, wo Interessierte bereits überzeugt sind. Oben zählt Klarheit.

2. Vorteile, die für alle gelten und deshalb niemanden überzeugen

„Hohe Qualität.“ „Zuverlässiger Service.“ „Langjährige Erfahrung.“ Diese Aussagen stehen auf Tausenden Webseiten gleichzeitig. Sie sind nicht falsch, aber sie sind austauschbar.

Eine Physiotherapiepraxis in Vaduz schreibt: „Wir behandeln Sie professionell und individuell.“ Das sagt jede Praxis über sich. Was sie nicht sagen: dass Termine innerhalb von 48 Stunden möglich sind, dass ein Hausbesuch angeboten wird oder dass eine Spezialisierung auf Sportverletzungen nach Skiunfällen besteht.

Konkrete Vorteile klingen anders. „Termine innerhalb von 48 Stunden“ anstatt „schnelle Verfügbarkeit“. „Spezialisiert auf Skiverletzungen und Rehabilitation“ anstatt „individuell und kompetent“. „Familienbetrieb seit 1987, heute in zweiter Generation“ anstatt „langjährige Erfahrung“.

Was macht dein Unternehmen spezifisch? Das ist der Vorteil, der auf die Seite gehört.

3. Seiten, die in eine Sackgasse führen

Eine Interessentin liest sich durch die Produktseite eines Sicherheitsunternehmens aus St. Gallen. Die Informationen sind gut, die Leistungen klar beschrieben. Am Ende der Seite: nichts. Kein Hinweis, was als nächstes zu tun ist. Kein Link zu verwandten Themen. Kein Kontaktangebot.

Sie schließt die Seite.

Nutzer:innen brauchen einen Pfad. Nicht weil sie es nicht selbst herausfinden könnten, sondern weil sie es nicht müssen, wenn der Mitbewerber es ihnen leichter macht.

Am Ende jeder Seite sollte mindestens eine der folgenden Fragen beantwortet sein: Was kann ich als nächstes lesen? Was kann ich als nächstes tun? Mit wem kann ich sprechen? Ein einfacher Satz wie „Mehr zu unseren Sicherheitslösungen für Gewerbeimmobilien“ oder „Jetzt unverbindlich anfragen“ reicht oft aus.

4. Fachlich korrekt, aber ohne Persönlichkeit

Texte, die korrekt sind, aber keinen Standpunkt haben, wirken heute wie generiert. Vielleicht sind sie es auch. Das Problem: Wenn Mitbewerber denselben Stil haben, entsteht kein Unterschied mehr.

Ein Steuerberatungsbüro aus Dornbirn beschreibt seine Leistungen präzise und vollständig. Aber nirgendwo zeigt sich, wie das Team auf Themen schaut, was die eigene Haltung zu digitaler Buchhaltung ist oder warum man gerade für Handwerksbetriebe besonders viel Erfahrung mitbringt.

Menschen machen lieber Geschäfte mit Menschen, die eine Meinung haben. Ein konkretes Beispiel aus der Praxis. Ein Satz, der zeigt, wie das Team denkt. Eine Besonderheit in Vorarlberger Dialekt ausgedrückt. Ein Bild, das nicht aus einer Stockfoto-Datenbank stammt.

Das muss kein Roman sein. Oft reicht ein einzelner Absatz, der zeigt: Hier steckt eine echte Person dahinter.

5. Der Kontakt hat kein Gesicht

Eine Unternehmerin aus Schaan hat Interesse an einer Softwarelösung. Sie sucht auf der Webseite nach einer Ansprechperson. Sie findet ein Kontaktformular ohne Namen, ohne Foto, ohne Hinweis, wer sich melden wird und wann.

Sie füllt es nicht aus.

Wer Kontakt aufnimmt, möchte wissen, mit wem. Ein Name, ein Gesicht, eine direkte E-Mail-Adresse oder Telefonnummer senkt die Hemmschwelle erheblich. Noch besser: ein kurzer Satz, der erklärt, bei welchen Fragen diese Person weiterhilft.

Und noch etwas: Nicht alle möchten ein Formular ausfüllen. Biete mehrere Möglichkeiten an. Formular, E-Mail, Telefon. Wer die Wahl hat, entscheidet sich öfter für irgendeine davon.


Fünf Fehler, fünf konkrete Lösungen. Keiner davon ist technisch, keiner davon braucht ein großes Budget.
Was fällt dir auf deiner eigenen Webseite auf?

Neu: Social-Media-Inhalte in der Google Search Console

Google hatte lange einen blinden Fleck. Und dieser betraf Social-Media-Inhalte. Dabei sind Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube für viele Nutzer:innen längst eigene Suchmaschinen. Junge Menschen suchen Rezepte, Produktreviews, Anleitungen, hilfreiche Tipps und Lifehacks heute oft zuerst auf TikTok, nicht bei Google. Diese Inhalte existierten, waren für die klassische Suche aber kaum sichtbar.

Wer die Signale kannte, konnte schon nach der Google I/O im Mai 2025 erahnen, wohin die Reise geht. Ich habe meine Kund:innen damals darauf vorbereitet: Social-Media-Inhalte werden stärker in den Fokus der Suche rücken. Nicht irgendwann. Bald.

Vor wenigen Tagen hat Google einen nächsten konkreten Schritt gemacht.

Was neu ist

Google Search Console unterstützt ab sofort sogenannte „Platform Properties“: Eigene Property-Typen für Instagram, TikTok, X und YouTube. Aktuell sind ausschließlich diese vier Plattformen verfügbar. Wer seinen Kanal dort verifiziert, sieht künftig, wie die eigenen Social-Media-Inhalte in der Google-Suche und in Google Discover performen. Klicks, Impressionen, welche Inhalte besonders gut gefunden werden, nach welchen Begriffen Nutzer:innen gesucht haben, bevor sie auf ein Video oder einen Post gestoßen sind.

Die Daten fließen in den Performance-Report, den Insights-Report und den Achievements-Bereich ein.

Wichtiger Hinweis: Das Feature wird schrittweise ausgerollt. Wer es in seiner Search Console noch nicht sieht, muss noch etwas warten. Auch ich sehe die Funktion aktuell noch nicht in meinem Account. Dieser Beitrag wird aktualisiert, sobald ich eigene Erfahrungswerte habe.

Was das für Social-Media-Inhalte bedeutet

Wenn Google nun misst, wie Social-Media-Inhalte in der Suche performen, wird die Optimierung dieser Inhalte auf konkrete Themen und Suchintentionen deutlich interessanter. Was bisher eher ein Bauchgefühl war, lässt sich künftig mit echten Daten belegen.

Das betrifft vor allem Video-Content. KI-Systeme können heute nicht nur Texte lesen, sondern auch Audio transkribieren und Untertitel verarbeiten. Was gesprochen, untertitelt und beschrieben wird, fließt also alles in die Bewertung und damit der Sichtbarkeit eines Videos ein.

In meinen Workshops empfehle ich deshalb seit einiger Zeit einen einfachen Ansatz: Das wichtigste Thema eines Videos dreifach platzieren. Im gesprochenen Audio, in den Untertiteln und im Beschreibungstext. Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Viele Unternehmen im DACH-Raum nutzen Social Media derzeit für die Lehrlingssuche. Wer dafür ein Video produziert, sollte das Thema Ausbildung, Lehrplatz oder den konkreten Lehrberuf nicht nur im Titel nennen, sondern auch im gesprochenen Text, in den eingeblendeten Untertiteln und in der Beschreibung. Nicht als Keyword-Stuffing, sondern als konsequente inhaltliche Klarheit.

Mit der neuen Search Console-Integration wird dieser Ansatz endlich messbar.

Was als nächstes kommt

Dieser Schritt ist kein Abschluss, sondern ein weiterer in einer Reihe. Google schließt sukzessive die Lücke zwischen klassischer Websuche und den Orten, wo Menschen heute wirklich nach Informationen suchen. Social Media war lange ein blinder Fleck und der wird kleiner.

Welche Inhalte auf deinen Social-Media-Kanälen könnten relevant für SEO sein?